| Wissensmanagement Impulse ISSN 1812-6790 Ein Online Magazin zum Thema Wissensmanagement http://www.wm-impulse.net |
| Bewertung immaterieller Werte: Vorschlag für einen Managementansatz |
| Geschrieben von Peter Schmidl am 23.04.2005 |
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In meinem Beitrag vom 30.10.2004 habe ich angekündigt, dass ich ein Gestaltungsmodell präsentieren werde, welches die monetäre Bewertung immaterieller Werte erlaubt.
Das nunmehr vorliegende Gestaltungsmodell ist Ergebnis eines über zweijährigen Forschungsprojektes an der Technischen Universität Graz und wurde im Rahmen einer Dissertation abgehandelt, welche als Buch und als Download verfügbar ist.
Der vorliegende Artikel git einen ersten Einblick in die Methodik des Gestaltungsmodells, welche im Rahmen einer empirischen Untersuchung einem ersten Praxistest unterzogen wurde.
Das Gestaltungsmodell hat den Namen "wissensorientiertes Finanzmanagement". Mit dieser Bezeichnung wird auf die zwei wesentlichen Herausforderungen reflektiert, vor denen das Finanzmanagement im Wissenszeitalter steht (siehe auch mein Beitrag vom 30.10.2004): 1. Der Erklärungswert der klassischen (Finanz-) Bilanz nimmt ab, weil wesentliche Werte im Unternehmen - nämlich die immateriellen (und nicht sichtbaren) Werte - nicht berücksichtigt werden. Das Finanzmanagement braucht also neue Systeme! 2. Im Wissenszeitalter bekommt die Ressource "Wissen" eine immer größere Bedeutung. Waren es im Industriezeitalter materielle Ressourcen, so sind es heute und in Zukunft wissensbasierte Strategien auf Basis immaterieller Werte, die die (finanzielle) Zukunft von Unternehmen prägen. Das Finanzmanagement muss in den Strategieprozess eingebunden werden! Auf beide Herausforderungen geht das Gestaltungsmodell (=Managementansatz) eines wissensorientierten Finanzmanagements ein. Sämtliche Details sind in meiner Dissertation (als Gratis-Download unter http://www.wm-forum.org/dissertationen.htm und als Buch verfügbar) nachzulesen. Hier sind nur die wichtigsten Eckpunkte herausgenommen: Hypothesen, die dem Gestaltungsmodell unterstellt sind
Aufbau des Gestaltungsmodells Das Gestaltungsmodell wird in Form der prozessorientierten und der systemorientierten Betrachtung gezeigt. Die systemorientierte Betrachtung zeigt die Systemelemente und deren Zusammenspiel.
Kernstück des Gestaltungsmodells ist das strategische Informationssystem. Mittels zwei Kennzahlen (ri,1 und ri,2) werden die Ressourcen gesteuert. ri,1 nimmt einen Wert zwischen 0 und 1 an und wird in der so genannten "Einflussmatrix" (auch Vester-Matrix) ermittelt und kennzeichnet die Bedeutung der jeweiligen Ressource im Gesamtsystem aller Ressourcen. ri,1 dient auch zur monetären Bewertung der Ressourcen (und damit auch der immateriellen Ressourcen bzw. der immateriellen Werte). ri,2 nimmt ebenfalls einen Wert zwischen 0 und 1 an und kennzeichnet die jeweilige "Umsetzungsvoraussetzung" der Ressource und stellt sozusagen das Bindeglied zur operativen Unternehmensführung her. Unter "Umsetzungsvoraussetzung" werden die momentan für die jeweilige Ressource vorherrschenden Voraussetzungen verstanden, die Ressource in einen (finanziell sichtbaren) Erfolg umzuwandeln. 0 bedeutet, die Ressource muss erst aufgebaut werden, 1 bedeutet, die Ressource wurde bereits erfolgreich eingesetzt und die Strukturen zu ihrer Umsetzung sind noch vorhanden. Mittels beider Kennzahlen (ri,1 und ri,2) können Schwerpunkte für die Strategie abgeleitet werden: Hat eine Ressource nämlich einen hohen Wert bei ri,1 (Bedeutung der Ressource im Gesamtsystem der Ressourcen) und gleichzeitig aber ein niedrigen Wert bei ri,2 (Umsetzungsvoraussetzungen), so ist dies ein Hinweis für den Schwerpunkt der strategischen Bemühungen. Diese Schwerpunktsetzung hat auch Auswirkungen auf die zukünftigen operativen Kennzahlen der (Finanz)-Bilanz, da sich aus einer Strategie finanzielle Annahmen ableiten lassen. Das vorgestellte Gestaltungsmodell aus folgenden Gesichtspunkten eine Neuigkeit
Die Praxistauglichkeit wurde an Hand einer empirischen Untersuchung an einem realem Unternehmen getestet. Der Praxistest war erfolgreich! Der Autor freut sich auf eine rege Diskussion über diesen neuen Vorschlag eines Gestaltungsmodells zur monetären Bewertung immaterieller Werte. |